In der Manege


Er liebt es, um die Manege zu gehen.

Der modrige Tiergeruch und das warme Heu haben etwas Heimeliges,

die Gestänge und Vorhänge etwas Heimliches.

Von der obersten Bank aus betrachtet er den kleinbäuchigen Dompteur.

Er schleicht sachte ringsherum, um die Stahlgestelle nicht zu wecken.

Einmal in der Mitte stehen.

Einmal das Wilde sehen.

Einmal die Mähne wehen.

Der Dompteur hebt seinen Stab.

Er auf der Bank zuckt.

Der Löwe duckt.

Der Dompteur schlägt.

Er auf der Bank fällt.

Der Boden juckt.

Der Dompteur ruft.

Der Löwe furcht.

Er auf der Bank rucht.

Der Boden spurt.

Der Dompteur: Furcht.

Der Löwe faucht.

Der Dompteur taucht.

Das Maul raucht.

Er auf der Bank raunt.

Der Löwe kaut.

Der Dompteur krabbelt.

Die Zähne zappeln.

Er auf der Bank sabbert.

Weißer Schaum prasselt.

Er auf der Bank platzt.

Der Löwe lacht:

Ihn wild wähnen!

Er wolle doch nur die wollene Lust der Hyänen zähmen.

Die Hyänen lähmen die Zähne der Engsten.

Sie sehen fremde Gespenster durchs Fenster.

Sie pflegen die Ängste und hegen die Degen.

Sie wohnen mit andern im Argen.

Sie laben im Dunst.

Sie kochen Gerüchte und küssen Gerüche.

Sie giften und sticheln.

Sie vergessen die Nesseln und können nicht stechen.

Wir müssen sie zerren aus ihren niederen Ecken.

Bis sie brechen ihr Berechnen,

zerbrechen ihr Verbrechen.

Die Gerechten rächen.


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