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Er hat sich verstochen.

Zum ersten Mal. 

Es musste am Tannennebel gelegen haben, der sich ungestüm auf seine Gleitsichtbrille gepflanzt hatte. Sein getreuer Jagdhund hatte ihm an jenem Morgen einen spröden Schlauch vor die Füße geworfen und erwartungsvoll mit dem Schwanz gewackelt. 

Er schüttelte angewidert den Kopf und schleuderte das rostrote Gummistück zurück ins Unterholz.

Nicht zu tief stochern.

Der Unterarm, den er jetzt unter sich hatte, schien in seiner bläulicher Blässe zu verschwimmen. Einzig die zarten Blutpünktchen hielten ihn zusammen. Die Knochen schon fast ausgefranst.

Er konnte die Bahnen nicht erkennen. Der lindgrüne Mantelhauch umschlang sie ganz. 

Er stellte das Blaulicht scharf. Der Arm blieb bahnlos. 

Entnervt gab er auf, stach auf gut Glück zwischen zwei Pünktchen. 

Nichts. Die feine Nadel quoll über. Ihr Inhalt zeichnete einen klecksigen Klee aufs Lindgrün. 

Kein Platz für fremdes Blut. Die Bahnen hatten ihre Banden hochgezogen.

Er ärgerte sich über den mageren Bandenmann, der so arglos wie teilnahmslos im Rollstuhl hing und in die Leere starrte. Der geschlauchte Infusionsbaum neben ihm schien mehr Halt zu haben. Ohne ihn würde er einfach davonfahren.

Da klärte sich mit einem Schlag das Sichtfenster des Arzts. “13. November”, las er auf dem laminierten Papierkärtchen, das schüchtern zwischen zwei großen Flaschenhälsen schaukelte. 

13. November, das war der Todestag seines Zwillingsbruders. Er war vor einem Jahr an einer Überdosis gestorben. 

 

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